Kunst und Natur entdecken
Der Rodenbacher Skulpturenweg, als Teil des Wanderwegenetzes der Verbandsgemeinde Weilerbach, startet am Dorfplatz und führt entlang des Wasserschutzgebietes bis zur Alten Steige. Insgesamt 19 Skulpturen oder Skulpturengruppen fordern unsere Aufmerksamkeit und laden zum Verweilen ein.
1991 wurde die Steinbildhauerklasse der Meisterschule für Handwerker Kaiserslautern eingeladen, einen Skulpturenweg in der Ortsgemeinde Rodenbach zu gestalten. Sponsoren und Paten halfen mit, das Projekt zu verwirklichen.
Die Themen „Wasser“ und „Keltische Sagen“ standen zur Wahl.
Wasser: der Weg führt am Bruchbach und am Wasserschutzgebiet entlang.
Keltische Sagen: Rodenbach hat durch das Fürstengrab eine besonders enge Verbindung zur keltischen Geschichte.
Je nach Betrachtung ergibt sich die Möglichkeit, den jeweiligen Skulpturen eine eigene Deutung zu geben.
Die Standorte für die einzelnen Kunstwerke waren nicht dem Zufall überlassen, sondern ganz bewusst gewählt worden, um einen Dialog zwischen Kunst und der umgebenden Natur zu entfachen.
Die Natur reagiert, indem sie sich die Steine durch Moosfärbung, fallende Blatter oder Bewuchs nach und nach „einverleibt“. Um sich davon einen Eindruck zu machen, wurden in dieser Broschüre die Skulpturen bei deren Aufstellung im Jahr 1991 und ihrem heutigen Aussehen (2026) gegenübergestellt.
Ergänzend dazu, erhält man über die abgedruckten QR-Codes eine nähere Beschreibung der Kunstobjekte.
Neben dem Skulpturenweg befinden sich noch weitere Kunstobjekte in Rodenbach, die man bei einem Spaziergang durch den Ort entdecken kann. Auch diese sind in der Broschüre zu finden.
Wir laden Sie ein, Kunst und Natur, hier im Westen der Pfalz zu entdecken.
Die Ortsgemeinde Rodenbach freut sich über Ihren Besuch.
































Der Betrachter hat die Möglichkeit, jeder Skulptur eine eigene Deutung zu geben. Handelt es sich z.B. bei Skulptur Nr. 1 um Brunnenschalen, die das fließende Wasser weitergeben, oder steht da ein keltischer Krieger wehrhaft am Weg? Der Künstler Martin Blank lässt wie seine Mitschüler viele Deutungen zu.
Die Standorte für die einzelnen Kunstwerke waren nicht dem Zufall überlassen, sondern ganz bewusst gewählt worden, um einen Dialog zwischen Kunst und der umgebenden Natur zu entfachen. Die Natur reagiert, indem sie sich die Steine durch Moosfärbung, fallende Blätter oder Bewuchs nach und nach „einverleibt“.
Wochenlang arbeiteten die jungen Bildhauer unter reger Anteilnahme der Rodenbacher Bevölkerung an ihren Werken, die dann der Gemeinde übergeben und mit Preisen ausgezeichnet wurden.
Der erste Preis der Gemeinde Rodenbach ging an Christa Gwendolyn Capitain, die sich von einer keltischen Kleinplastik aus dem 3. Jhd. v. Chr. zu ihrer Skulptur „Götterdoppelkopf“ (Nr. 14) inspirieren ließ.
Den 2. Preis bekam Georg Maria Bauer für „Mutter Natur“ (Nr. 7), die sich gequält und verletzt vom Menschen abgewendet; und den dritten Preis teilten sich Günter Nepp und Jasmin Hesse für die Gestaltung zweier Figuren aus einer keltischen Sage: Göttin Brigida nimmt Menschengestalt an, um sich mit dem König zu vereinen (Nr.10).
Ein Sonderpreis des Ministeriums für Bildung und Kultur ging an Elfie Weiss für die Skulptur Lebensräume“ (oder „Quelle“) (Nr.18).
Der Skulpturenweg wird von ehrenamtlichen Paten und Rodenbacher Vereinen betreut. Die Gemeinde hofft, auch in den kommenden Jahren Beiträge zur Belebung und Verschönerung des Ortsbildes erbringen zu können.
Rodenbach, April 2004

Der Künstler Ludwig Grub (geb. 1930), der viele Jahre in Rodenbach lebte, hat Spuren hinterlassen: Von ihm stammt nicht nur der Brunnen in der Rathausstrasse, den er unter Verwendung ehemaliger Viehtröge geschaffen hat, sondern auch die Gestaltung der „Rodenbacher Tümpelkriecher“ am Dorfweiher. 2003 kam eine weitere Grub-Skulptur hinzu: ein Summstein, der Kinder und Erwachsene beim Spaziergang erfreuen und zu akustischen Experimenten auffordern will.

1991 hatte die Gemeinde Rodenbach Schülerinnen und Schüler der Steinbildhauerklasse der Meisterschule des Handwerks Kaiserslautern eingeladen, in Rodenbach einen Skulpturenweg zu gestalten. Schulleiter Fritz Buch und die Fachlehrer Peter Faust und Hubertus Kraatz unterstützen tatkräftig die Idee. Sponsoren und Paten halfen mit, das Projekt zu verwirklichen.
Zwei Themen standen zur Wahl: Wässer (da der Weg am Bruchbach und am Wasserschutzgebiet entlang führt) und keltische Sagen (da Rodenbach durch das Fürstengrab eine besonders enge Verbindung zur keltischen Geschichte hat). Das Thema Wasser regte die jungen Leute nicht nur dazu an, Wasser als Tropfen, als Welle und Woge, als Quelle, als fließendes oder stehendes Element zu beschreiben, sondern führte sie unmerklich zum Thema Leben schlechthin.

1 Martin Blank Aufsteigend – Abschwellend
Ein wichtiges Merkmal des Wassers ist für mich das Aufnehmen, Tragen und Übertragen von lebensspendender Kraft oder Energie in scheinbar unendlicher Abfolge.
Dieses möchte ich wegen der vertikalen Betonung im Bezug auf Quellen, Fontänen und Bäume (die u.a. von aufsteigendem Wasser existieren) mit einer Säulenform darstellen.
Meine Form entstand auf der Suche nach einer geometrischen „Urform“, einem Symbol, bei der ich durch geordnete Reduzierung ein harmonisches Bild der an- und abschwellenden, organischen Erscheinung des Wassers erreichen wollte.
Die Form ist für mich wie eine Welle, die ansteigt und fällt, um eine neue in Bewegung zu setzen, wie ein Quell, ein Sprudel, der fortlaufend genährt wird, um emporzusteigen.

3 Ludwig Grub – Rodenbacher Tümpelkriecher
Sehr wahrscheinlich ausgestorben.
Letzte lebende Exemplare wurden 1971 von mir in diesem Teil beobachtet.

4 Irene Mürdter – Wasser reißt und rundet
Wasser reißt und rundet, rinnt und ruht unendlich geduldig der Stein


Der Stein hat die Form einer Welle, kann aber auch als abstrakte Plastik verslanden werden.

7 Georg Maria Bauer – Die Mutter Natur
Sie ist so ziemlich alles andere als eine keltische Figur, doch dieser Platz und diese Zeit verlangen es.
Mutter- Natur soll die stille Sprache der Natur versinnbildlichen. Sie zeigt die nackte Verletzlichkeit, die vom Menschen achtlos ausgenutzt wird. Die entstandene Zerstörung hat verlorene Fruchtbarkeit und letztlich das Sterben zur Folge. In sich gekehrt und abgewandt zeigt sie die Entfremdung des Menschen vor ihr und sich selbst. Kann der Mensch doch nicht einmal mehr sein bloßes Antlitz, seinen Geruch, seine Gefühle und Triebe schamlos ertragen, geschwiege denn sie genießen.
Wir verkaufen unsere Mutter Erde für bodenlosen Konkurrenzkampf und Wohlstand, der letztendlich keiner ist.
Ein Tier hat das Denken gelernt, der Selbsterhaltungstrieb verbietet ihm das Sterben.
Die Träume glauben an das Ewige, doch die Wahrheit ist Naturwissenschaft. Aus Staub bist du gemacht, zu Staub wirst du werden.

Entschuldigung, was wird denn das?
Ja, das soll … hier ist mein Modell.
Oh, ganz schon, na viel Erfolg.
Was wird das!
Das wird, .. was sehen Sie?
Sieht aus wie eine Muschel.
Ja! Interessant, gut.
Viel Erfolg noch, einen schönen Tag.
Danke
Was soll das werden wenn’s fertig ist?
Also ich wollte Wasser und Mensch zusammenbringen, verbinden und …
Na dann viel Spaß noch, ganz schon, ziemlich heiß heute. Ist ja wirklich eine harte Arbeit.
Ja schon, aber es macht viel Spaß.
Guten Morgen, ich kann jetzt aber schon mehr erkennen.
Ja das freut mich.
Bin gespannt wenn ’s fertig ist.
Ich auch.

9 Maria Matheis – Füchse am Fuchshügel
Durch die Vorgabe des Steines, als stehendes Rechteck, bot sich ein Relief an. Der Gedanke zu dem Relief versteht sich folgendermaßen:
Der Stein soll sich durch die sich im Hintergrund wiederfindenden Bäume in die Umgebung eingliedern. Die hinter den Bäumen durchblickenden Füchse nehmen Bezug auf das Fürstengrab, das man auf dem im Volksmund sogenannten „Fuchshübel“ fand.

10 Jasmin Hesse und Günther Nepp
Die Götting Brigida, die gerade Menschengestalt annimmt, wartet im Wald auf den neu ernannten König, um sich mit ihm zu vereinen.




11 Heike Gareis – Weiblich und weich wie Wasser
Mit dem Element „Wasser“, assoziiere ich Begriffe wie Weiblichkeit, Bewegung und Weichheit. Diese Vorstellungen habe ich in meiner Skulptur zu verbinden und darzustellen versucht. Nicht nur direkt, sondern auch indirekt, indem Wasser imaginär als Raum um die Figur besteht und sich die Form der Haare an die Bewegung des Wassers anpasst. Die Darstellung von Haaren habe ich deshalb gewählt, weil auch sie ein Ausdruck von Weichheit und Bewegung vermitteln und somit auch selbst als „Wasser“ stehen können.

12 Sylvia Büttinghaus – Wassertropfen
Um einen Bezug zu der natürlichen Umgebung, in der der Stein steht, herzustellen, habe ich das
Thema „Wasser“ als Tropfen dargestellt, weil es häufig in dieser Form, z. B. bei Regen oder Tauwetter, in der Natur auftritt.

13 Michael Koch – Der Erschöpfte
Meine Arbeit zeigt einen erschöpften Mann, der sich über die Quelle beugt und Wasser daraus trinkt. Vielleicht ist dieser Mann lange gelaufen oder hat sehr hart gearbeitet und erfrischt sich nun am klaren Wasser. Das Wasser steht als Symbol des Lebens. Für den Menschen unbedingt notwendig und für das Leben die Grundlage. Meine Arbeit spricht auch das Problem der Wasserverschmutzung und die Wasserknappheit an. Der „Erschöpfte“ steht dann für alle. Er zeigt das Hin- und Herschwanken dos Wassers bzw. des Lebens und wie leicht es vorbei sein kann.
Die gebeugte Haltung, die Erschöpfung, der gebrochene Ausdruck der Figur zeigt, wenn wir der Natur die Lebensgrundlage entziehen, sie sehr leicht zu zerstören ist. Das Alles sagt meine Arbeit aus. Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die Natur etwas sehr Kostbares ist und dass wir dementsprechend mit ihr umgehen müssen.



14 Christina Gwendolyn Capitain – Götter Doppelkopf
Die Idee für die Gestaltung meines Steines war von Anfang an durch den Standort beeinflusst. Ein Wald hat für mich etwas Beschützendes und gleichzeitig Unheimliches an sich. Er ist ein Ort voller Würde und Leben, in dem ich mich als Gast bewege. Die grundsätzlichen Gefühle zum Wald sind jedoch kein Zwiespalt, sondern sie ergeben ein Ganzes und machen den Reiz dieses Ortes aus. Dieser Gedanke steckt auch in meinem Stein. Das rechte Gesicht schaut wohlwollend und gelassen, das linke feindselig, und gleichzeitig steicht auch jeweils etwas vom anderen in ihnen. „Böse und Gut“, sind Gegensätze, die eine Einheit bilden.
Orientiert habe ich mich an einer keltischen Kleinplastik aus Kalkstein, dem Götterdoppelkoch von Roquepertuse, aus dem 3. Jh v C. (Bouches-du-Rhone, Marseille, Musee archeologique, Schloss Borley), welcher ein Teil des „Tores zum Heiligtum“ war. Ursprünglich saß zwischen den beiden Götterköpfen noch ein Rabe, dieser ist jedoch leider zerstört und ich kenne keine Abbildungen von der Plastik in ihrem Urzustand. Zur Interpretation des Götterdoppelkopfes von Roquepertuse heißt es, Rechts symbolisiere das Leben, Links den Tod und zusammen bedeute es die Überwindung des Todes.

15 Alexandra Leng – Ruhe und Bewegung
Das Thema „Wasser“ bedeutet für mich Ruhe und Leben zugleich. Über die natürliche Form des Steines breitet sich eine langsame und weiche Bewegung aus. Der Stein soll dem Betrachter Ruhe, aber auch Verspieltheit der Formen vermitteln.

16 Gerald Bohnert – Berstender Tropfen
Das Wasser ist ein Clement des Lebens. Ohne Wasser wäre dieser Planet kahl und grob. Das Element bildet die Feinheiten aus. Das Grundlegende schafft das Verspielte. Das Wasser hat Einfluss auf alles andere:
das Klima, die Pflanzenwelt, die Tierwelt.
Die Tatsache, dass nur mit Wasser die Herausbildung der absoluten Feinheiten des Lebens möglich war und ist, hat mich dazu veranlasst, etwas zu schaffen, was diesem Faktum optisch Ausdruck verleiht. Der Tropfen als Symbol des Elementes Wasser, der zerspringt und all die potentielle „Lebensenergie“ in Form von Honig (der für die Feinheit und Verspieltheit oder die Vielfalt der Natur steht) aus seinem Inneren entlässt. Das Einfache birgt das Besondere in sich. Dahinter steckt außer
der allgemeinen Weisheit, das Einfache nicht zu unterschätzen, die Mahnung, nicht durch Vernichtung der Gewässer den Feinheilen des Lebens die Grundlage zu entziehen.

17 Thomas Wagner – Dynamik und Harmonie
Sie sehen hier keine Welle, keinen Fisch, keine Walfischflosse.
Dieser Stein stellt den Versuch dar, die Harmonie und die Dynamik von Wasser in einer abstrakten Form darzustellen.
Wasser ist, wenn man/ frau es neben den anderen mythologischen Grundelementen Feuer, Luft und Erde betrachtet, das passive Element, welches die Kräfte und Einflüsse der Umgebung aufnimmt, verwandelt und dort wieder freigibt um Platz, oder im übertragenen Sinn, Bereitschaft zu schaffen.
Beharrlichkeit ist dabei die Eigenschaft des Wassers. So lässt sich beobachten, dass Wasser sich durch Wind verformt, dadurch in sich bewegt und diese Kraft in Form von Wellen umwandelt.

Wir, die Wasser des Lebens!
Quelle die aus sich selbst entspringt und umso reicher fließt, je mehr ihr aus uns trinkt!
Trink! Trink ! Tu was du willst!
– Michael Ende

19 Thomas Jahner – Mühlenschaufeln
Zwei stilisierte Köpfe, der eine aufrecht stehend, der andere liegend, symbolisieren Leben und Tod. Die Anordnung und Form der Köpfe erinnern auch an die Schaufeln der Rodenbacher Dorfmühle, auf die erstmals in der ältesten Urkunde von Rodenbach (1. Nov. 1300) hingewiesen wird.
Die Form des unbearbeiteten Steines, der Standort und die Geschichte von Rodenbach gaben mir folgende Intuition:
Die Köpfe umspült das Element Wasser, symbolisiert durch wellenartige Formen. Es setzt auch kraftvoll die Schaufeln des Mühlrades in Bewegung.
Vorhandene Steinflächen und Kanten werden übernommen und lassen die Urform des Steines noch erkennen.
Ohne Wasser kein Leben!
Wasser kann dem Menschen helfen!
Dem Betrachter bleibt Raum für eigene Gedanken.
Neue Skulpturen im laufe der letzten Jahrzehnte









